Devisenreserven
GrundlagenDie Fremdwährungsaktiva einer Zentralbank für Verpflichtungen und Kursverteidigung — und warum die Schlagzeilenzahl Sorgfalt verlangt.
Devisenreserven sind die Aktiva, die eine Zentralbank in anderen Währungen als der eigenen hält — üblicherweise Einlagen und Staatsanleihen in den großen Reservewährungen, daneben Gold und Forderungen an den IWF. Sie sind die Mittel, auf die eine Behörde zurückgreift, um amtliche Verpflichtungen zu erfüllen, in der eigenen Währung zu intervenieren und eine Anbindung oder Bandbreite zu verteidigen.
Reserven werden beobachtet, weil sie eine der wenigen öffentlichen Aussagen über die Handlungsfähigkeit einer Behörde sind. Zentralbanken veröffentlichen Reservezahlen nach einem angekündigten Zeitplan, und eine Veränderung darin macht eine Intervention im Nachhinein sichtbar. Das Lesen erfordert allerdings Sorgfalt. Reserven werden in einer Berichtswährung bewertet, ihr Stand bewegt sich also mit Wechselkursen und Vermögenspreisen und nicht nur mit tatsächlichen Käufen und Verkäufen, und manche Behörden halten Termin- oder Swap-Positionen, die eine Schlagzeilenzahl nicht zeigt. Was was ist, sagen die Methodik und das Offenlegungsschema der veröffentlichenden Bank selbst.