Volatilitätssmile
GrundlagenDie Kurve aus impliziter Volatilität gegen Basispreis für eine Laufzeit — und was ihre Form über die Bepreisung großer Bewegungen sagt.
Ein Volatilitätssmile entsteht, wenn man die impliziten Volatilitäten von Optionen auf dasselbe Paar mit derselben Laufzeit gegen ihre Basispreise aufträgt. Beschriebe eine einzige Volatilität jeden Basispreis, wäre die Linie flach. Sie ist es nicht: Basispreise abseits des aktuellen Kurses tragen meist höhere implizite Volatilitäten als solche in dessen Nähe, und die entstehende Kurve heißt Smile — oder Smirk, wenn sie deutlich zu einer Seite neigt.
Die Form enthält Information darüber, wie der Markt ungewöhnliche Ausgänge bepreist. Eine flache Linie besagte, dass der Markt eine große Bewegung gegenüber einem Standardmodell für nicht wahrscheinlicher hält als dieses Modell annimmt; der Smile besagt das Gegenteil und wird gemeinhin so gelesen, dass der Markt für Schutz gegen Bewegungen zahlt, die das Modell als selten einstufen würde. Die Form ist nicht fest: Sie ändert sich über die Zeit, unterscheidet sich zwischen Paaren und zwischen Laufzeiten desselben Paares — weshalb sie zu beschreiben und nicht vorherzusagen ist. Sie ist außerdem eine Eigenschaft notierter Preise; die Quelle dieser Notierungen und deren Konventionen definieren also die Kurve, die man tatsächlich betrachtet.