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Hinweis 28 Aktualisiert 2 Min. Lesezeit

Was eine Konsensprognose ist — und was nicht

Die erwartete Zahl im Kalender stammt aus einer Umfrage, die jemand gemacht hat. Wer befragt wird, wie der Wert entsteht, warum zwei Kalender abweichen und was ein Übertreffen wirklich belegt.

Verfasst von der ForxZen-Redaktion

Jemand hat eine Umfrage gemacht

Der Erwartungswert, der neben einem Termin steht, kommt nicht vom Statistikamt. Ein Datenanbieter fragt ein Panel von Volkswirten aus Banken und Researchhäusern, was die Veröffentlichung zeigen wird, sammelt die Einzelantworten und publiziert daraus einen zentralen Wert — meist den Median, manchmal den Mittelwert. Dieser Wert ist der Konsens: eine Zusammenfassung von Meinungen und keine Eigenschaft der Statistik.

Die Frage gilt dem Panel

Konsenswerte unterscheiden sich, weil sich die Umfragen unterscheiden. Anbieter befragen unterschiedliche Panels unterschiedlicher Größe, schließen die Erhebung zu unterschiedlichen Zeitpunkten vor dem Termin und behandeln verspätete oder aktualisierte Einreichungen unterschiedlich. Wer seine Prognose nach einem verwandten Termin revidiert, ist je nach Redaktionsschluss erfasst oder nicht. Verborgen ist davon nichts — die Anbieter dokumentieren ihr Verfahren —, sichtbar ist davon in der Kalenderzeile mit dem Ergebnis aber ebenfalls nichts.

Warum zwei Kalender verschiedene Erwartungen zeigen

Die praktische Folge: Derselbe Termin kann auf zwei Seiten verschiedene Erwartungswerte tragen und damit auf der einen ein Übertreffen und auf der anderen ein Verfehlen sein. Falsch ist keine von beiden; sie berichten verschiedene Umfragen. Bevor man ein Übertreffen als Information nimmt, lohnt sich die Frage, wessen Konsens die eigene Quelle verwendet — denn genau das ist der gesamte Inhalt des Etiketts.

Der Median verdeckt die Uneinigkeit

Ein einzelner zentraler Wert sagt nichts darüber, wie einig das Panel war. Eng beieinanderliegende Prognosen und eine weite Streuung können denselben Median ergeben und beschreiben doch sehr verschiedene Wissensstände. Wo ein Anbieter die Spanne oder die Einzelbeiträge veröffentlicht, ist die Streuung die aussagekräftigere Zahl: Sie zeigt, ob das eingetroffene Ergebnis außerhalb dessen lag, was überhaupt jemand erwartet hatte, oder bequem innerhalb der Menge.

Was ein Übertreffen oder Verfehlen belegt

Der Abstand zwischen veröffentlichter Zahl und Konsens belegt eines: Die zentrale Schätzung des Panels lag um so viel in diese Richtung daneben. Das ist eine Aussage über die Prognostiker. Es ist keine Aussage darüber, ob die Wirtschaft stark oder schwach ist — eine schwache Zahl, die noch schwächer erwartet wurde, bleibt schwach — und keine Vorhersage dessen, was folgt.

Der Konsens ist nicht die einzige Erwartung im Raum

Umfragen sind ein Maß des Erwarteten, und sie schließen vor dem Termin. Auch Preise, Positionierung und spätere Kommentare tragen Erwartungen und können sich nach dem Umfrageschluss bewegen. Deshalb kann eine Zahl exakt auf Konsens dennoch als Nachricht behandelt werden, und deshalb muss eine Veröffentlichung, die einen veralteten Konsens übertrifft, damals niemanden überrascht haben.

Was man damit anfängt

Nehmen Sie den Konsens als Kontext für die Lektüre der Veröffentlichung: Was erwarteten informierte Prognostiker, und wie weit lagen sie daneben. Wer notiert, notiere den Anbieter mit, denn ein Konsens ohne Quelle ist später mit nichts vergleichbar. Und behandeln Sie Kommentare, die eine Marktbewegung allein mit einem Übertreffen oder Verfehlen erklären, als Behauptung und nicht als Kausalbericht: Es ist eine sichtbare Zahl unter vielem, was in derselben Sekunde geschieht.

Risiko

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