Spread, Kommission und die tatsächlichen Kosten eines Trades
Spread, Kommission und Swap sind die drei Kosten jedes Forex-Trades: was sie sind, wann Spreads sich weiten und wie man Konditionen fair vergleicht.
Warum eine Position im Minus startet
Unmittelbar nach der Eröffnung zeigt die Plattform meist einen kleinen Verlust an. Das ist kein Fehler: Gekauft wird zum Briefkurs, bewertet wird die Position zum Geldkurs, und die Differenz zwischen beiden ist der Spread. Er ist die erste Kostenposition jedes Trades und fällt an, ganz gleich ob die Position dreißig Sekunden oder dreißig Tage gehalten wird.
Was der Spread konkret ist
Der Spread wird in Pips angegeben, auf fünfstelligen Plattformen in Bruchteilen davon. Sein Geldwert hängt von der Positionsgröße ab und nicht allein vom Währungspaar: Ein Pip Spread auf einem Standardlot EUR/USD kostet rund das Zehnfache desselben Spreads auf einem Minilot. Fest ist der Spread ebenso wenig — er weitet sich, wenn die Liquidität dünner wird: außerhalb der Hauptsessions, rund um Datenveröffentlichungen und zum täglichen Rollover.
Kommissionskonten und „kommissionsfreie" Konten
Im Privatkundengeschäft dominieren zwei Preismodelle. Beim reinen Spread-Konto steckt der Aufschlag im Kurs selbst. Beim Kommissionskonto wird der Marktspread durchgereicht und eine separate Gebühr pro Lot und pro Seite berechnet. Keines der beiden Modelle ist von sich aus günstiger — ein ehrlicher Vergleich rechnet die Kommission auf den Spread auf und betrachtet die Gesamtkosten eines vollständigen Roundturns, im tatsächlich gehandelten Paar und Volumen.
Swap: der Preis der Haltedauer
Wird eine Position über den täglichen Rollover hinaus gehalten, entsteht ein Swap — eine Zinsanpassung, die die Zinsdifferenz der beiden Währungen abbildet. Je nach Richtung kann der Swap belasten oder gutschreiben, und an einem Wochentag wird er üblicherweise dreifach berechnet, um das Wochenende abzudecken. Bei kurzfristigen Trades fällt er kaum ins Gewicht; bei wochenlang gehaltenen Positionen kann er den Spread deutlich übersteigen.
Kosten im Kleingedruckten
Neben Spread, Kommission und Swap nennen Kontounterlagen häufig Inaktivitätsgebühren, Auszahlungsentgelte und Umrechnungsgebühren, wenn die Kontowährung von der Abrechnungswährung des Instruments abweicht. Im Orderticket taucht nichts davon auf — genau deshalb werden diese Posten beim Konditionsvergleich leicht übersehen.
Vergleich auf gleicher Grundlage
Ein Kostenvergleich trägt nur, wenn die Variablen feststehen: dasselbe Paar, dieselbe Positionsgröße, dieselbe Tageszeit und ein vollständiger Roundturn statt einer einzelnen Seite. Durchschnittswerte, die für einen ganzen Kontotyp veröffentlicht werden, sagen wenig über das konkrete Paar und die konkrete Stunde aus. Aussagekraft für die eigenen Kosten hat allein der Spread, der auf der eigenen Plattform wiederholt und zu den tatsächlichen Handelszeiten gemessen wird.
Kapital ist einem Risiko ausgesetzt. Der Handel mit Forex und CFDs ist mit einem hohen Risiko verbunden und eignet sich möglicherweise nicht für alle Anleger — die meisten Privatanleger-CFD-Konten verlieren Geld. Handeln Sie niemals mit Geld, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können. Vollständigen Risikohinweis lesen