So messen Sie das Risiko über alle offenen Positionen
Das Risiko pro Trade beschreibt nur ein Ticket. Wie Sie den Wert aller Stops addieren, das Buch in Währungen zerlegen und die Margin-Zahlen lesen, die die Plattform ohnehin anzeigt.
Ein Trade nach dem anderen ist nicht das ganze Bild
Jede Position so zu bemessen, dass ein ausgelöster Stop einen festen Anteil des Kontos kostet, ist der übliche Ausgangspunkt und beantwortet eine Frage: Was kostet dieser Trade, wenn er scheitert. Die Frage, an der Konten zugrunde gehen, beantwortet er nicht: Was kosten mehrere offene Trades, wenn sie gemeinsam scheitern.
Gemeinsam scheitern sie häufiger, als die Positionsliste vermuten lässt, denn Währungspaare sind keine unabhängigen Instrumente. Sie sind Kombinationen derselben Handvoll Währungen, und Trades aus einer Idee teilen deren Annahme. Drei Messungen, keine davon kompliziert, zeigen das Exposure, das die Liste verbirgt.
Schritt eins: den Wert der Stops addieren
Nehmen Sie für jede offene Position den Abstand vom aktuellen Stop zum Einstieg, rechnen Sie ihn in Kontowährung um und addieren Sie die Ergebnisse. Lesen Sie die Summe als Anteil des Kapitals. Diese Zahl ist Ihr offenes Risiko: was das Konto verliert, wenn alle Stops auslösen und jeder auf seinem Niveau ausgeführt wird.
Zwei Korrekturen machen sie ehrlich. Eine auf Einstand nachgezogene Position trägt kein Risiko und zählt als null. Eine Position ganz ohne Stop zählt nicht als null: Ihr Risiko ist undefiniert — Grund genug, sie in der Tabelle als größten und nicht als kleinsten Posten zu führen.
Schritt zwei: das Buch in Währungen zerlegen
Jedes Paar hat zwei Seiten. Rechnen Sie jede Position in ihren Nominalwert um, zerlegen Sie sie in Basis- und Kurswährungsseite und summieren Sie je Währung. Long EUR/USD, long GBP/USD und short USD/CHF sind drei Tickets und eine Short-Dollar-Position; auf dieses gesamte Dollarexposure trifft eine geldpolitische Äußerung oder ein breiter Umschwung der Risikoneigung.
Die Rechnung läuft in beide Richtungen, und darin liegt ihr Nutzen. Manche Paare heben sich teilweise auf, ein Konto kann also weniger echtes Exposure tragen, als die Zahl der Tickets nahelegt — die Rechnung sagt Ihnen, in welcher der beiden Lagen Sie sind, bevor der Markt es tut.
Schritt drei: lesen, was ohnehin auf dem Schirm steht
Die Plattform zeigt ungefragt gebundene Margin, freie Margin und Margin-Level. Die gebundene Margin ist das, was offene Positionen binden; die freie Margin ist das, was bleibt, um eine Bewegung gegen Sie aufzufangen; das Margin-Level ist die Kennzahl, auf die der Broker für Margin Call und Zwangsschließung schaut. Sinkt die freie Margin bei unveränderter Positionsliste, hat sich der Markt gegen Sie bewegt oder der Broker eine Anforderung erhöht — beides bemerkt man besser früh als auf Höhe der Zwangsschließung.
Eine Obergrenze setzen und einhalten
Eine Portfoliogrenze ist ein im Voraus festgelegter maximaler Kapitalanteil, der zu einem Zeitpunkt im Risiko stehen darf. Ihr Wert liegt darin, dass sie eine offene Frage in eine Prüfung vor dem nächsten Einstieg verwandelt: Sprengt der neue Trade die Grenze, bleibt, ihn auszulassen, kleiner zu handeln oder anderswo einen Stop nachzuziehen. Eine zweite Grenze für das Nettoexposure je Währung begrenzt die Konzentration, die Schritt zwei sichtbar macht. Beide Zahlen sind willkürlich; nützlich macht sie, dass es sie vor dem Trade gibt und nicht danach.
Was die Zahl nicht leisten kann
Das offene Risiko unterstellt, dass jeder Stop auf seinem Niveau ausgeführt wird — eine Wochenendlücke oder ein schneller Markt können das verweigern. An historischen Daten gemessene Korrelationen ändern sich, mitunter genau dann, wenn ein Schock alles gemeinsam bewegen lässt. Und nichts davon sagt etwas darüber, ob die Trades selbst eingegangen werden sollten: Gemessen wird Exposure, nicht Urteilsvermögen. Was bleibt, ist eine Zahl, auf die Sie schauen können, bevor eine weitere Position hinzukommt — im einzigen Moment, in dem sich daran noch etwas ändern lässt.
Kapital ist einem Risiko ausgesetzt. Der Handel mit Forex und CFDs ist mit einem hohen Risiko verbunden und eignet sich möglicherweise nicht für alle Anleger — die meisten Privatanleger-CFD-Konten verlieren Geld. Handeln Sie niemals mit Geld, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können. Vollständigen Risikohinweis lesen