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Hinweis 15 Aktualisiert 2 Min. Lesezeit

Den Wirtschaftskalender richtig lesen

Ist-Wert gegen Prognose, Impact-Einstufungen, Revisionen und Zeitzonen: wie ein Wirtschaftskalender aufgebaut ist und was er nicht sagen kann.

Verfasst von der ForxZen-Redaktion

Was ein Wirtschaftskalender tatsächlich auflistet

Ein Wirtschaftskalender ist ein Zeitplan von Datenveröffentlichungen und geldpolitischen Ereignissen mit bekannten Publikationszeiten: Inflationszahlen, Arbeitsmarktberichte, Einkaufsmanagerindizes, Wachstumsschätzungen, Zinsentscheidungen der Notenbanken und die anschließenden Pressekonferenzen. Sein Wert liegt nicht in der Prognose, sondern darin, im Voraus zu wissen, in welchen Minuten der Woche der Markt einen terminierten Anlass zur Bewegung hat.

Ist-Wert, Prognose, Vorwert

Die meisten Einträge tragen drei Zahlen: den vorherigen Wert, eine aus Ökonomenschätzungen zusammengestellte Konsensprognose und den tatsächlichen Wert nach der Veröffentlichung. Der Kurs reagiert auf die Differenz zwischen Ist-Wert und Prognose, nicht auf das Niveau selbst — denn die Prognose steckt bereits im aktuellen Preis. Eine historisch starke Zahl, die schwächer ausfällt als erwartet, kann eine Währung drücken: Es wirkt die Überraschung, nicht die Zahl.

Impact-Einstufungen sind redaktionelle Urteile

Die Markierungen hoch, mittel und niedrig geben die Einschätzung des Anbieters wieder, welche Veröffentlichungen historisch relevant waren — keine Messung dessen, was gleich geschieht. Als grober Filter taugen sie, als Prognose nicht: Eine niedrig eingestufte Zahl kann eine Session prägen, wenn sie den aktuellen Fokus des Marktes trifft, und eine hoch eingestufte kann folgenlos verstreichen, wenn sie den Konsens trifft.

Revisionen und die zweite Hälfte einer Veröffentlichung

Viele Zeitreihen werden nach der Erstveröffentlichung revidiert, manche erheblich. Eine Veröffentlichung enthält deshalb mindestens zwei Informationen: die neue Schlagzeilenzahl und jede Revision des Vorwerts. Unter der Schlagzeile stehen zudem Komponenten — Erwerbsquote, Lohnwachstum, Kern- gegenüber Gesamtinflation —, die in eine andere Richtung weisen können und auf die sich die Reaktion nach den ersten Minuten häufig verlagert.

Uhrzeiten, Zeitzonen und Veröffentlichungsmechanik

Kalenderzeiten erscheinen in der vom Nutzer gewählten Zeitzone; weicht diese Einstellung von der Serverzeit der Plattform ab, entsteht die klassische Verwirrung — besonders rund um Zeitumstellungen. Auch die Mechanik zählt: Terminierte Daten erscheinen auf die Sekunde genau, unangekündigte Aussagen nicht, und kurz vor einer wichtigen Zahl dünnt die Liquidität üblicherweise aus. Genau deshalb weiten sich dort die Spreads und häuft sich Slippage.

Was ein Kalender nicht sagen kann

Ein Kalender enthält keinerlei Information über Richtung, Ausmaß oder Dauer einer Reaktion. Er sagt nicht, wie viel eines erwarteten Ergebnisses bereits eingepreist ist, und er listet die unangekündigten Ereignisse nicht auf — geopolitische Entwicklungen, überraschende politische Aussagen, plötzliche Liquiditätsschocks —, die einige der größten Bewegungen überhaupt erzeugen. Er ist ein Fahrplan dafür, wann terminierte Unsicherheit aufgelöst wird, mehr nicht.

Risiko

Kapital ist einem Risiko ausgesetzt. Der Handel mit Forex und CFDs ist mit einem hohen Risiko verbunden und eignet sich möglicherweise nicht für alle Anleger — die meisten Privatanleger-CFD-Konten verlieren Geld. Handeln Sie niemals mit Geld, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können. Vollständigen Risikohinweis lesen

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