Margin Call und Stop-Out verständlich erklärt
Saldo, Equity und Margin-Level: worin sich Margin Call und Stop-Out unterscheiden, welche Position zuerst schließt und wann eine Kurslücke schneller ist.
Die vier Zahlen im Kontofenster
Die Margin-Mechanik beruht auf vier Größen, die die Plattform fortlaufend anzeigt. Der Saldo ist das Ergebnis geschlossener Trades. Die Equity ist der Saldo zuzüglich oder abzüglich der Gewinne und Verluste aller offenen Positionen. Die gebundene Margin ist die Sicherheit, die offene Positionen blockieren. Die freie Margin ist Equity minus gebundene Margin — der Puffer sowohl für neue Positionen als auch zum Auffangen von Verlusten. Nur die Equity bewegt sich mit dem Markt; der Saldo bleibt stehen, bis eine Position geschlossen wird.
Margin-Level: die entscheidende Kennzahl
Das Margin-Level ist Equity geteilt durch gebundene Margin, ausgewiesen in Prozent. Bei 1.000% hält das Konto das Zehnfache der Sicherheit, die seine offenen Positionen verlangen; bei 100% ist die Equity exakt auf die gebundene Margin gefallen. Da sich die Equity bewegt, die gebundene Margin aber meist nicht, sinkt die Kennzahl, während offene Positionen verlieren — und sie sinkt umso schneller, je größer der Anteil des Kontos ist, der von vornherein als Sicherheit gebunden wurde.
Was ein Margin Call tatsächlich ist
Ein Margin Call ist eine Benachrichtigung, ausgelöst, wenn das Margin-Level eine in den Geschäftsbedingungen festgelegte Schwelle unterschreitet. Er ist eine Warnung, dass der Puffer dünn geworden ist, und kein Ereignis, das irgendeine Position verändert. Je nach Haus und Tempo der Kursbewegung kommt er als E-Mail, als Hinweis in der Plattform — oder gar nicht. Nichts an einem Margin Call verpflichtet den Markt, während des Lesens innezuhalten.
Der Stop-Out
Das Stop-Out-Level ist die untere Schwelle, ab der die Plattform Positionen automatisch schließt, damit das Konto nicht weiter unter die von seinen Positionen geforderte Sicherheit gezogen wird. Beide Schwellen veröffentlichen Anbieter in ihren Kontraktspezifikationen, und die Werte unterscheiden sich zwischen Häusern wie zwischen Jurisdiktionen: In manchen Regimen gibt die Aufsicht eine standardisierte Glattstellungsregel für Privatkonten vor, in anderen liegt die Schwelle vollständig beim Anbieter.
Welche Position zuerst geschlossen wird
Löst ein Stop-Out aus, schließen Positionen in einer von der Plattform definierten Reihenfolge — am häufigsten zuerst der größte schwebende Verlust, teils auch nach Größe oder nach freigesetzter Margin. Jede Schließung gibt Margin frei und hebt das Margin-Level, weshalb der Vorgang nach einer Position enden oder über mehrere laufen kann. Teilschließungen sind möglich, und jede Schließung erfolgt zum in diesem Augenblick verfügbaren Marktpreis, nicht zum Stop-Out-Level selbst.
Wenn der Mechanismus nicht mithält
Ein Stop-Out ist nur so schnell, wie der Markt es zulässt. Über eine Wochenendlücke oder eine heftige Neubewertung hinweg kann es zwischen der Schwelle und einem weit tieferen Niveau keinen handelbaren Kurs geben; Positionen schließen dann deutlich jenseits der Schwelle. Genau diesen Fall adressiert der Negativsaldoschutz — wo er gilt, kann das Konto nicht unter null geraten — und genau deshalb lohnt der Blick auf das Margin-Level lange vor Erreichen der Schwelle statt danach.
Kapital ist einem Risiko ausgesetzt. Der Handel mit Forex und CFDs ist mit einem hohen Risiko verbunden und eignet sich möglicherweise nicht für alle Anleger — die meisten Privatanleger-CFD-Konten verlieren Geld. Handeln Sie niemals mit Geld, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können. Vollständigen Risikohinweis lesen