Was das Hedgen einer Position wirklich kostet
Die Gegenposition friert den Kurs ein, nicht die Rechnung. Der zweimal gezahlte Spread, zwei getrennte Swaps, ein Margin-Nachlass, der entfallen kann, und die Entscheidung, die ein Hedge nur aufschiebt.
Was ein Hedge einfriert — und was nicht
Eine gleich große Gegenposition im selben Instrument bringt Gewinn und Verlust zum Stillstand: Was die eine Seite gewinnt, verliert die andere. Mehr tut sie nicht. Sämtliche Kosten des Haltens zweier Positionen laufen weiter, und das Konto bezahlt nun zwei Tickets statt eines.
Über das Motiv lohnt Genauigkeit, denn die Mechanik unterscheidet sich. Einen Verlust einzufrieren, während man nachdenkt, ist etwas anderes, als ein Exposure abzusichern, das man vertraglich halten muss. Das eine ist eine Pause mit laufendem Zähler, das andere eine unternehmerische Entscheidung mit einem bereits akzeptierten Preis.
Der Spread zweimal — und dann noch einmal zweimal
Die zweite Seite zu eröffnen kostet einen Spread, wie jeder andere Trade auch. Das Paar aufzulösen kostet zwei weitere. Bietet die Plattform auf Hedging-Konten ein Schließen gegen die Gegenposition, werden beide intern verrechnet und einer der Ausstiegsspreads entfällt — der Einstiegsaufwand ist jedoch schon angefallen. In einem Paar mit weitem Spread oder auf einem Konto mit Kommission je Seite kann allein diese Rechnung mehrere Nächte Finanzierung übersteigen.
Zwei Positionen, zwei Swaps
Jede Seite wird jede Nacht getrennt gerollt. Die eine erhält Finanzierung, die andere zahlt sie, und weil Long- und Short-Swapsätze auf beiden Seiten mit Aufschlag gestellt werden, heben sie sich selten auf; das übliche Ergebnis ist eine Belastung. An dem Tag, an dem der Wochenend-Rollover gebucht wird, fällt sie für rund drei Tage auf einmal an.
Genau das macht den Hedge zu einer teuren Art zu warten. Das Kursrisiko steht still, die Finanzierung nicht; je länger die Pause dauert, desto mehr kostet sie — unabhängig davon, wohin der Markt in der Zwischenzeit läuft. Swapfreie Konten ändern die Rechnung, statt sie abzuschaffen: Nach einer gewissen Haltedauer tritt oft eine Verwaltungsgebühr an die Stelle des Swaps. Beide Swapzeilen des Instruments stehen in der Kontraktspezifikation; ihr Saldo, multipliziert mit den erwarteten Nächten im Lock, ist der Preis der Pause.
Der Margin-Nachlass, der entfallen kann
Viele Broker verlangen für gegenläufige Positionen weniger Margin — nur für eine Seite oder für die Nettoposition. Das lässt den Lock günstig erscheinen und ist zugleich der Teil, der sich am ehesten ändert, wenn es darauf ankommt. Margin-Anforderungen können in volatilen Phasen oder vor terminierten Ereignissen angehoben werden; wird die Verrechnung gekürzt oder gestrichen, binden beide Seiten plötzlich die volle Margin — genau dann, wenn das Konto am wenigsten Luft hat. Welche Regel für Sie gilt, steht in der Kontraktspezifikation oder im Kundenvertrag, nicht in der Standardansicht der Plattform.
Ob Ihr Konto das überhaupt kann
Zwei Kontomodi verhalten sich grundverschieden. Im Hedging-Modus bestehen Long und Short im selben Symbol als getrennte Tickets nebeneinander. Im Netting-Modus verringert oder schließt die Gegenorder die bestehende Position — die Plattform bucht das Ergebnis, eine zweite zu finanzierende Seite entsteht gar nicht. In manchen Jurisdiktionen müssen Privatpositionen zudem nach dem Prinzip "zuerst eröffnet, zuerst geschlossen" aufgelöst werden, was das gleichzeitige Halten beider Seiten ausschließt. Bevor Sie mit einem Hedge planen, klären Sie, welcher Modus Ihr Konto ist: Dieselbe Handlung führt in beiden zu einem anderen Ergebnis.
Die aufgeschobene Entscheidung
Ein Lock muss irgendwann aufgelöst werden, und auflösen heißt wählen, welche Seite zuerst geschlossen wird — eine schwerere Entscheidung als die ursprüngliche, weil die Richtung nun zweimal zählt. Schließen und, wenn die Begründung noch trägt, später neu einsteigen kostet einen Spread und keine Finanzierung; der Lock kostet zwei Spreads und eine nächtliche Rechnung. Keines von beiden ist eine Strategie, und keines verbessert die Chance, mit der Markteinschätzung richtigzuliegen. Der Unterschied liegt vollständig in den Kosten — und die sind vorher bekannt.
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