Ankereffekt
RisikomanagementFixierung auf einen Referenzpreis — Einstieg oder runde Zahl — und Bewertung späterer Kurse daran statt an der Marktlage.
Der Ankereffekt (Anchoring Bias) beschreibt die Neigung, sich auf einen einzelnen Referenzpreis festzulegen — den Einstiegskurs, ein jüngstes Hoch, eine runde Zahl oder eine veröffentlichte Prognose — und alle späteren Kurse an diesem Anker zu messen statt an den aktuellen Marktbedingungen. Wer EUR/USD auf einem bestimmten Niveau gekauft hat, hält dieses Niveau womöglich noch lange für den ‘fairen Wert’, nachdem sich die zugrunde liegenden Bedingungen längst geändert haben, und behält eine Verlustposition nur deshalb, weil der Kurs nicht zum Anker zurückgekehrt ist. Derselbe Effekt zeigt sich, wenn eine Schlagzeilenzahl die Erwartungen vor einer Datenveröffentlichung prägt. Schriftliche Ein- und Ausstiegsregeln sowie das regelmäßige Neubewerten einer Position, als wäre sie noch nicht eröffnet, begrenzen die Wirkung.