Positionsgröße und Risiko pro Trade
Wie aus einem Risikoprozentsatz eine Lotgröße wird, warum ein weiterer Stop eine kleinere Position bedeutet und wie korrelierte Trades Risiko bündeln.
Die Größe bestimmt das Risiko
Einstiegskurs, Stop-Niveau und Positionsgröße sind die drei Größen, die festlegen, wie viel Geld in einem Trade auf dem Spiel steht — und die Positionsgröße ist die einzige, die im Moment des Einstiegs vollständig kontrollierbar ist. Zwei Trader können dasselbe Setup im selben Paar eingehen und völlig unterschiedliche Beträge riskieren, nur weil der eine die Größe an sein Konto angepasst und der andere den Vorgabewert der Plattform übernommen hat.
Die Rechnung
Die Positionsgröße wird vom akzeptierten Verlust aus rückwärts bestimmt. Drei Eingaben sind nötig: der Geldbetrag, der riskiert wird, der Abstand vom Einstieg zum Stop in Pips und der Wert eines Pips für das Instrument je Größeneinheit. Die Größe ergibt sich als Risikobetrag geteilt durch das Produkt aus Stop-Abstand und Pip-Wert. Alles andere — Überzeugung, das Chartbild, der Ausgang des letzten Trades — steht außerhalb dieser Rechnung.
Ein Rechenbeispiel
Auf einem Konto von 5.000 Einheiten riskiert ein Trader, der 1% des Kapitals akzeptiert, 50 Einheiten je Trade. Bei einem Stop 25 Pips vom Einstieg entfernt und einem Paar, in dem ein Pip auf einem Standardlot 10 Einheiten wert ist, lautet die Rechnung 50 geteilt durch 25 mal 10, also 0,2 Lot. Wird der Stop bei gleichem Risiko von 50 Einheiten auf 50 Pips ausgeweitet, halbiert sich die Größe auf 0,1 Lot. Der Zusammenhang ist mechanisch: Ein weiterer Stop ist nicht riskanter, er bedeutet bei gleichem Risikobetrag schlicht eine kleinere Position.
Prozentuale Größenbestimmung und eine Verlustserie
Wird das Risiko als Prozentsatz des aktuellen Kapitals statt als fixer Betrag ausgedrückt, schrumpft die Positionsgröße im Drawdown automatisch und wächst in der Erholung wieder. Die Arithmetik von Drawdowns ist unsymmetrisch: Ein Verlust von 50% erfordert einen Gewinn von 100%, um den Ausgangspunkt wieder zu erreichen. Genau deshalb ist die prozentuale Bemessung die übliche Konvention — ein fixer Betrag würde auf einem schrumpfenden Konto einen immer größeren Anteil ausmachen.
Korrelierte Positionen wirken wie eine Position
Risiko pro Trade beschreibt das Kontorisiko nur, solange die Trades unabhängig sind. Paare mit gemeinsamer Währung oder mit Reaktion auf dieselben Zinserwartungen bewegen sich tendenziell gemeinsam; drei Positionen zu je 1% können sich deshalb wie eine einzige 3%-Position verhalten, solange die Korrelation trägt. Korrelationen ändern sich zudem und sind gerade in Schocks und Risk-off-Phasen am stärksten — also dann, wenn ein Portfolio davon profitieren würde, dass sie schwach sind.
Was Positionsgrößenbestimmung nicht leistet
Sie steuert das Risiko, nicht das Ergebnis. Sie verbessert keinen Einstieg, macht keine Strategie profitabel und garantiert nicht, dass der Verlust genau am Stop-Niveau endet: Kurslücken, Slippage und Wochenenderöffnungen können den Kurs darüber hinaustragen. Was sie leistet, ist anderes — sie macht die Größe eines einzelnen schlechten Trades zu einer im Voraus festgelegten, bekannten Zahl statt zu einer nachträglichen Entdeckung.
Kapital ist einem Risiko ausgesetzt. Der Handel mit Forex und CFDs ist mit einem hohen Risiko verbunden und eignet sich möglicherweise nicht für alle Anleger — die meisten Privatanleger-CFD-Konten verlieren Geld. Handeln Sie niemals mit Geld, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können. Vollständigen Risikohinweis lesen