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Gekorener professioneller Kunde

Broker & Regulierung

Privatkunde, der nach den MiFID-Kriterien als professionell eingestuft wird — welcher Hebel das eröffnet und welche Schutzrechte dafür entfallen.

Ein gekorener professioneller Kunde ist ein Privatkunde, der seine Umstufung zum professionellen Kunden beantragt hat und den das Unternehmen als geeignet bewertet hat. Im MiFID-Rahmen und seinem britischen Pendant verlangt die quantitative Seite mindestens zwei von drei Bedingungen: Geschäfte von erheblichem Umfang in erheblicher Häufigkeit auf dem betreffenden Markt in den vorangegangenen vier Quartalen, ein Finanzinstrumenteportfolio oberhalb einer festgelegten Schwelle sowie mindestens ein Jahr in einer beruflichen Position im Finanzsektor, die Kenntnisse über die betreffenden Geschäfte voraussetzt. Zusätzlich muss sich das Unternehmen davon überzeugen, dass der Kunde die eingegangenen Risiken versteht, und der Antrag ist schriftlich zu stellen. Privatanleger streben das wegen des Hebels an, denn professionelle Kunden fallen nicht unter die Hebelobergrenzen für Privatkunden. Zurückgegeben wird dafür das Schutzpaket, mit dem diese Grenzen kamen: je nach Gesellschaft und Rechtsraum können dazu der Negativsaldoschutz, standardisierte Risikohinweise, die Margin-Glattstellungsregel, Beschränkungen von Anreizen sowie der Zugang zu Ombudsstelle und Entschädigungseinrichtung gehören. Die Frage vor einer Umstufung lautet also nicht, wie viel Hebel man gewinnt, sondern welche konkreten Schutzrechte genau diese Gesellschaft dann nicht mehr anwendet.

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